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Termine

Seminar (Modul 1) "Betrieb von Regenüberlaufbecken"
Donnerstag, 11. April 2019 in Villingen-Schwenningen Flyer

Seminar (Modul 2) "Mess- und Fernwirktechnik an Regenbecken"
Donnerstag, 18. Juli 2019 in Heilbronn Flyer

Seminar (Modul 3) "Spezialseminar Regen- und Mischwasserbehandlung für Betreiber und Ingenieurbüros"
Donnerstag, 07. November 2019 in Stuttgart Flyer

5. Expertenforum RÜB
Donnerstag, 20. Februar 2020 in Stuttgart

Sonder-Nachbarschaft RÜB
Juni und Juli 2019

RÜB Übersichtsflyer mit Anmeldeformular Flyer

Schulungsangebote

Seminare

Modul 1 Seminar: Betrieb von Regenüberlaufbecken

Donnerstag, 19. April 2018 in Stuttgart

Am 19. April 2018 fand das Seminar (Modul 1) „Betrieb von Regenüberlaufbecken“ in Stuttgart statt. Das erneut ausgebuchte Seminar zeigt weiterhin die Dringlichkeit und Brisanz des Themas in Baden-Württemberg auf.

Unter der Moderation von Herrn Dr.-Ing. Ulrich Dittmer (Uni Stuttgart) begann das Programm mit dem Vortrag von Frau Annegret Heer (UM) zum Thema „Ziele und Rahmenbedingungen der Mischwasserbehandlung“ aus der Sicht des Landes Baden-Württemberg. Im Anschluss vermittelte Herr Dr.-Ing. Dittmer dem Teilnehmerkreis die fachlichen Grundlagen und sprach Empfehlungen für den Betrieb von Regenüberlaufbecken aus. Als Grundlage hierfür dient der Praxisleitfaden „Betrieb von Regenüberlaufbecken“ 2. Auflage 2018.
Das Nachmittagsprogramm startete unter der Leitung von Herrn Alexander Augustin (Stadt Pforzheim EB) mit dem Vortrag von Herrn Dipl.-Ing. Wolfgang Lieb mit dem Thema „Messen an Regenüberlaufbecken – Beispiele aus der Praxis“. Abschließend wurden von dem Praktiker Augustin die Betriebsstrategien aus der Praxis vorgestellt.
Die Seminarinhalte stießen bei dem Teilnehmerkreis auf positive Resonanz, der sich neben vielen Betreibern auch aus Behörden und Ingenieurbüros zusammensetzte.
Fazit: Der Bedarf an der Grundlagenvermittlung ist weiterhin hoch, Behörden und Betreiber zeigen sich für dieses Thema weiterhin offen „wissensdurstig“.

**Heute schon vormerken: **

- Regen- und Mischwasserbehandlung (Modul 3) am Dienstag, 23. Oktober 2018 in Pforzheim

- 4. Expertenforum RÜB am Dienstag, 26. Februar 2019 in Stuttgart

- Betrieb von Regenüberlaufbecken (Modul 1) am Donnerstag, 11. April 2019 in Villingen-Schwenningen


Seminar (Modul 2) „Mess- und Fernwirktechnik an Regenbecken“

Mittwoch, 18. Juli 2018 in Bad Saulgau

Neben dem Grundlagenseminar „Betrieb von Regenüberlaufbecken“ wurden zwei weitere Seminare zur Vertiefung von Teilaspekten in das Veranstaltungsprogramm RÜB aufgenommen. So fand am 18.07.2018 in Bad Saulgau die Veranstaltung „Mess- und Fernwirktechnik an Regenbecken“ statt. Das Seminar spiegelt das große Interesse sowie die Dringlichkeit des Themas in Baden-Württemberg wieder. Zielgruppe waren Betreiber, Ingenieurbüros, Planer, Ausrüster sowie Kommunen.

In diesem Seminar wurden ausschließlich die Themen Mess- und Fernwirktechnik auf der Grundlage des Leitfadens „Regenbecken im Mischsystem – Messen, Bewerten und Optimieren“ behandelt.

Moderiert und geleitet wurde das Seminar von Dipl.-Ing. Ulrich Haas (InfraConsult GmbH, Stuttgart), der Ziele sowie die Bauwerke der Regen- und Mischwasserbehandlung erläuterte.

Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Fromm, RP Tübingen vermittelte die Grundlagen des Wasserhaushaltsgesetzes und die Erlaubnis für die Einleitung vom Abwasser ins Gewässer. Er stellte fest: Außenstationen sind zentral wichtig für die Gewässerökologie. Zudem ist ausreichend qualifiziertes Personal erforderlich.

Dipl.-Ing. Wolfgang Lieb (Wolfgang Lieb Ingenieurberatung, Mühlacker) präsentierte detailliert das Thema „Vertiefung im Umgang mit Messdaten“ über die Messdatenerfassung, die RÜB-Protokollierung sowie den Betrieb von Rührwerken und Entleerung der Becken im Nebenschluss. Er erläuterte das DWA-Daten-Tool sowie die derzeit in der Entwickelung stehende cloudbasierte Betriebsdatenbank RÜB.

Dipl.-Ing. Stefan Pfeffer und Andreas Mairon (UFT Umwelt- und Fluid-Technik, Dr. H. Brombach GmbH, Bad Mergentheim) stellten verschiedene Verbindungsart der Fernwirktechnik sowie den Vergleich der Kosten und der Verfügbarkeit vor und präsentierten die Funktionen des Prozessleitsystems. Im Anschluss erlebten die Teilnehmer das Prozessleitsystem live.

Dipl.-Ing. Ulrich Haas erklärte zudem Verfahrens- und Steuerbeschreibung an Regenbecken von der Theorie bis zu den praktischen Beispielen ausführlich und betonte, wie wichtig die Steuerbeschreibung für den Betrieb der Regenbecken ist.

Anschließend führte er die Teilnehmer in die integrale Abflusssteuerung zur Bewirtschaftung des Entwässerungssystems ein und stellte fest: Die integrale Abflusssteuerung senkt den Schmutzstoffaustrag in die Gewässer. Planung und Betrieb der Abflusssteuerung lassen sich in den gewohnten Arbeitsablauf eingliedern.

Der letzte Programmpunkt beinhaltete 3 Praxisbeispiele:

Dipl.-Ing. Georg Scholz (Entsorgungs-Betriebe der Stadt Ulm (EBU)) stellte die Einführung eines neuen Prozessleitsystems bei seinen Entsorgungsbetrieben aus eigener Erfahrung vor. Nach der ausführlichen Erklärung der einzelnen Schritte und der Perspektive fasste er zusammen, dass die Erneuerung des Prozessleitsystems eine Vielzahl detaillierter Informationen aus dem Abwassernetz und den Anlagen bringt.

Anschließend präsentierte Dipl.-Ing. Heike Weißer (Universitätsstadt Tübingen) die Messtechnik an Regenüberlaufbecken von der Veranlassung der Ausstattung der Messtechnik hinzu Betrieb und Wartung am Beispiel der Universitätsstadt Tübingen.

Als letzter Vortrag erklärte Dipl.-Ing. Nina Uibelhör von den Entsorgungsbetrieben der Stadt Heilbronn detailliert den Neubau eines Mess- und Drosselschachtes in Hinblick auf Planung und Bauausführung.

Aus aktuellem Anlass wurde der am 02. Juli 2018 veröffentlichte Erlass „Messen an RÜB“ an die Teilnehmer verteilt und diskutiert. Hier bestand besonderes Interesse daran, welche Messeinrichtungen bei der Nachrüstung der Becken der Gegenstand der Förderung sind und ob auch ein Erlass für Regenüberläufe irgendwann erscheinen wird.

Beim kommenden Vertiefungsseminar (Modul 3) werden speziell für Betreiber und Ingenieurbüros weitergehende Regen- und Mischwasserbehandlung behandelt. Die Schwerpunktthemen sind dabei Retentionsbodenfilter, Schrägklärer sowie alternative Maßnehmen.

Heute schon vormerken:

- 4. Expertenforum RÜB am Dienstag, 26. Februar 2019 in Stuttgart

- Betrieb von Regenüberlaufbecken (Modul 1) am Donnerstag, 11. April 2019 in Villingen-Schwenningen

- Seminar (Modul 2) "Mess- und Fernwirktechnik an Regenbecken" am Donnerstag, 18. Juli 2019 in Heilbronn


Modul 3 Seminar: Spezialseminar Regen- und Mischwasserbehandlung für Betreiber und Ingenieurbüros

Dienstag, 23. Oktober 2018 in Pforzheim

2018 hat die DWA BW für den Bereich RÜB gleich 2 neue Seminare ins Leben gerufen: Modul 2 „Mess- und Fernwirktechnik an Regenbecken“ und Modul 3 „Regen- und Mischwasserbehandlung“. Dieses Seminar richtet sich speziell an Betreiber und Ingenieurbüros. Unter der Leitung von Dr.-Ing. Stephan Fuchs wurden ausschließlich die Themen Regen- und Mischwasserbehandlung behandelt.

Als Eröffnung wurden die Einführung in die Regenwasserbehandlung im Mischsystem sowie die gewässerseitigen Anforderungen vorgestellt.

Dipl.-Ing. Bernd Haller, RP Karlsruhe führte in die Regenwasserbehandlung im Mischsystem ein. Er erklärte den Wandel vom Emissionsansatz zum Immissionsansatz, Betreiberverantwortung nach dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und der Eigenkontrollverordnung (EKVO), die Wichtigkeit der Messung des Entlastungsverhaltens und die hohen Einträge der Spurenstoffe aus der Mischwasserbehandlung. Sein Fazit: Die Regenwasserbehandlung im Mischsystem bleibt auch zukünftig ein aktuelles und zentrales Thema für Betreiber und Fachwelt.

Anschließend sprach Dr. rer. nat. Dipl.-Ing. Ekkehard Christoffels (IBC Ingenieure, Vettweiß) über Ableitung gewässerseitiger Anforderungen. Dabei erklärte er den Stoffeintrag, Eutrophierung und Keimbelastung bei der Mischwasserentlastung sowie rechtliche Rahmenbedingungen. Nach der Vorstellung des Niederschlagswasser-Behandlungskonzepts sowie der Maßnahmen beim Erftverband stellte er zum Schluss weitergehende Anforderungen für Lokal-und Wasserkörper vor.

Dipl.-Ing. Benedikt Lambert (BIOPLAN-Landeskulturgesellschaft, Sinsheim) berichtete über die Langzeiterfahrungen mit Retentionsbodenfiltern. Er erklärte detailliert die Verfahrensziele, Sedimentbildung/-verteilung, Ursachen für hohen Verbrauch an festem Carbonat usw. Als Schlussfolgerung betonte er, dass Eigen- und Fremdüberwachung von RBF zukünftig obligat vorgenommen werden sollten, um RBF effizient und kostengünstig für die Mischwasserbehandlung einsetzen zu können.

Im Anschluss ging es um das kommende Regelwerk DWA-A 178. Hier erklärte Dr.-Ing. Stephan Fuchs von den Definitionen und der Besonderheit des RBF hin zu Prüfung der Umsetzbarkeit, Ziele der Bemessung, Neuigkeiten des neuen Regelwerks sowie Kriterien für Nachweis. Zusammenfassend betonte er: die Prüfung der Umsetzbarkeit ist Bestandteil der Neufassung, der RBF wird rechnerisch zukünftig höher belastet, und die Betriebsuntersuchungen haben höhere Verbindlichkeit. Das DWA-A 178 ist voraussichtlich ab Anfang 2019 verfügbar.

Zum Schluss berichtete Heiko Kiebler (Abwasserverband Unteres Schussental, Kläranlage Eriskirch) über seine praktischen Erfahrungen mit dem Mischwasserfilter Tobel. Nach der Erklärung der Erneuerung des Durchlasses Tobelbach und den Maßnahmen bei den RÜBs Tobelbach erklärte er detailliert den Aufbau des RBF, die Inbetriebnahme, die spätere Probenahme sowie die Betriebs- und Wartungsarbeiten. Schlussfolgerung: Der RBF Tettnang funktioniert gut, die betrieblichen Untersuchungen sollten weiterhin vorgenommen werden, um eine hohe Filterleistung und einen geringen Betriebsaufwand zu ermöglichen.

Dr.-Ing. Neithard Müller (Weber-Ingenieure GmbH, Pforzheim) stellte konkrete Möglichkeiten für die Verbesserung der Klärbedingungen am Beckenzulauf, am Beckenüberlauf, am Klärüberlauf und Ertüchtigung bestehender Regenklärbecken im Trennsystem und Regenüberlaufbecken im Mischsystem detailliert vor. Am Ende fasste er zusammen, dass es grundsätzlich sehr viele klärtechnische Möglichkeiten zur Ertüchtigung von Regenbecken gibt, aber jedes Projekt unterschiedlich und jeweils ein sehr individueller Einzelfall ist. Die Auswahl muss immer projektspezifisch unter Berücksichtigung aller technischen und wirtschaftlichen Randbedingungen erfolgen. Bautechnische, maschinentechnische und elektrotechnische Kompetenzen sowie breite Marktkenntnis sind erforderlich.

Anschließend präsentierte Dr.-Ing. Dipl.-Geoökol. Mike Kemper (KIT, Karlsruhe) die Grundlagen der hydraulischen Optimierung mittels Schrägklärer. Er erklärte detailliert die Bemessung von Schrägklärern, Einlauf- und Verteilungsbauwerk bis hin zu Klarwasserabzüge. Er fasste zusammen, dass das Potential zur hydraulischen Optimierung im Bestand hoch ist, und die Schrägklärer eingesetzt werden können, um fehlendes Volumen zu kompensieren und um die Klärtechnische Leistung der Anlage zu erhöhen.

Zum Schluss berichtete Dr. Wolfgang Kühn (LINEG, Kamp-Lintfort) über Betriebserfahrung mit Schrägklärer. Nach der Einführung in die Besonderheit im Gebiet der linksniederrheinischen Entwässerungsgenossenschaft (LINEG-Gebiet) mit dem Steinsalz- und Steinkohleabbau stellte er die Vorzugsplanung mit dem Schrägklärer in allen Details vor. Als Zusammenfassung zeigte er die Konzentrations- sowie die Frachtminderung vom Zulauf gegenüber Ablauf, wie gut der Schrägklärer funktioniert. Am Ende präsentierte er auch kurz die Geruchsproblematik mit Betriebserfahrung.

Dr.-Ing. Lothar Fuchs (itwh GmbH, Hannover) referierte über Abflusssteuerung. Zuerst erklärte er die Komponenten von Abflusssteuerungssystem (Hardware, Software und Management) und die Steuerungsstrategien von statischem System, lokaler Steuerung, Verbundsteuerung hin zu Vorhersage und integrierter Steuerung. Anschließend präsentierte er mit zahlreichen praktischen Beispielen die automatisierte, numerische Online-Datenprüfung, Fernwirksystem, Schmutzfrachtberechnung sowie die PASST Datenbank.

Als letzter Vortrag präsentierte Prof. Dr.-Ing. Peter Baumann (Hochschule für Technik, Stuttgart) die Mitbehandlung von Mischwasser auf Kläranlagen. Unter dem Ziel „Reduzierung der Gesamtemissionen ins Gewässer“ stellte er folgende vier technischen Maßnahmen vor: konstruktive Verbesserung der Nachklärung, Bypasslösung, Speicherung von Mischwasser und dynamische Zuflussbewirtschaftung. Er fasste zusammen, dass möglichst viel Abwasser / Mischwasser über die Kläranlage zu führen ist, dass das Neubauvolumen von Regenbecken zu minimieren ist, und dass niedrige Konzentrationswerte bezüglich NH4-N und ggf. PO4-P und/oder Pges in der qualifizierten Stichprobe einzuhalten ist. Am Ende betonte er, dass die oft strikte Trennung zwischen Kanalnetzplanung und Kläranlagenplanung als auch dem jeweiligen Betrieb auszugeben ist, und eine ausführliche Kommunikation und Abstimmung mindestens zu ermöglichen ist.

Die sowohl aktuellsten als auch zukünftigen Themen sind bei den Teilnehmern sehr gut angekommen. Über die Planung und den Betrieb von RBF sowie Schrägklärer fanden lebhafte Diskussionen statt. Die Abweichungen zwischen Theorie und Praxis wurden auch als Diskussionsthema behandelt. Die zukünftigen Aufgaben spiegeln den Bedarf der Fortsetzung des Seminars für nächstes Jahr wider.

Heute schon vormerken:

4. Expertenforum RÜB am Dienstag, 26. Februar 2019 in Stuttgart

Schulungsangebote

Seminare

Modul 1 Seminar: Betrieb von Regenüberlaufbecken

Donnerstag, 19. April 2018 in Stuttgart

Am 19. April 2018 fand das Seminar (Modul 1) „Betrieb von Regenüberlaufbecken“ in Stuttgart statt. Das erneut ausgebuchte Seminar zeigt weiterhin die Dringlichkeit und Brisanz des Themas in Baden-Württemberg auf.

Unter der Moderation von Herrn Dr.-Ing. Ulrich Dittmer (Uni Stuttgart) begann das Programm mit dem Vortrag von Frau Annegret Heer (UM) zum Thema „Ziele und Rahmenbedingungen der Mischwasserbehandlung“ aus der Sicht des Landes Baden-Württemberg. Im Anschluss vermittelte Herr Dr.-Ing. Dittmer dem Teilnehmerkreis die fachlichen Grundlagen und sprach Empfehlungen für den Betrieb von Regenüberlaufbecken aus. Als Grundlage hierfür dient der Praxisleitfaden „Betrieb von Regenüberlaufbecken“ 2. Auflage 2018.
Das Nachmittagsprogramm startete unter der Leitung von Herrn Alexander Augustin (Stadt Pforzheim EB) mit dem Vortrag von Herrn Dipl.-Ing. Wolfgang Lieb mit dem Thema „Messen an Regenüberlaufbecken – Beispiele aus der Praxis“. Abschließend wurden von dem Praktiker Augustin die Betriebsstrategien aus der Praxis vorgestellt.
Die Seminarinhalte stießen bei dem Teilnehmerkreis auf positive Resonanz, der sich neben vielen Betreibern auch aus Behörden und Ingenieurbüros zusammensetzte.
Fazit: Der Bedarf an der Grundlagenvermittlung ist weiterhin hoch, Behörden und Betreiber zeigen sich für dieses Thema weiterhin offen „wissensdurstig“.

**Heute schon vormerken: **

- Regen- und Mischwasserbehandlung (Modul 3) am Dienstag, 23. Oktober 2018 in Pforzheim

- 4. Expertenforum RÜB am Dienstag, 26. Februar 2019 in Stuttgart

- Betrieb von Regenüberlaufbecken (Modul 1) am Donnerstag, 11. April 2019 in Villingen-Schwenningen


Seminar (Modul 2) „Mess- und Fernwirktechnik an Regenbecken“

Mittwoch, 18. Juli 2018 in Bad Saulgau

Neben dem Grundlagenseminar „Betrieb von Regenüberlaufbecken“ wurden zwei weitere Seminare zur Vertiefung von Teilaspekten in das Veranstaltungsprogramm RÜB aufgenommen. So fand am 18.07.2018 in Bad Saulgau die Veranstaltung „Mess- und Fernwirktechnik an Regenbecken“ statt. Das Seminar spiegelt das große Interesse sowie die Dringlichkeit des Themas in Baden-Württemberg wieder. Zielgruppe waren Betreiber, Ingenieurbüros, Planer, Ausrüster sowie Kommunen.

In diesem Seminar wurden ausschließlich die Themen Mess- und Fernwirktechnik auf der Grundlage des Leitfadens „Regenbecken im Mischsystem – Messen, Bewerten und Optimieren“ behandelt.

Moderiert und geleitet wurde das Seminar von Dipl.-Ing. Ulrich Haas (InfraConsult GmbH, Stuttgart), der Ziele sowie die Bauwerke der Regen- und Mischwasserbehandlung erläuterte.

Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Fromm, RP Tübingen vermittelte die Grundlagen des Wasserhaushaltsgesetzes und die Erlaubnis für die Einleitung vom Abwasser ins Gewässer. Er stellte fest: Außenstationen sind zentral wichtig für die Gewässerökologie. Zudem ist ausreichend qualifiziertes Personal erforderlich.

Dipl.-Ing. Wolfgang Lieb (Wolfgang Lieb Ingenieurberatung, Mühlacker) präsentierte detailliert das Thema „Vertiefung im Umgang mit Messdaten“ über die Messdatenerfassung, die RÜB-Protokollierung sowie den Betrieb von Rührwerken und Entleerung der Becken im Nebenschluss. Er erläuterte das DWA-Daten-Tool sowie die derzeit in der Entwickelung stehende cloudbasierte Betriebsdatenbank RÜB.

Dipl.-Ing. Stefan Pfeffer und Andreas Mairon (UFT Umwelt- und Fluid-Technik, Dr. H. Brombach GmbH, Bad Mergentheim) stellten verschiedene Verbindungsart der Fernwirktechnik sowie den Vergleich der Kosten und der Verfügbarkeit vor und präsentierten die Funktionen des Prozessleitsystems. Im Anschluss erlebten die Teilnehmer das Prozessleitsystem live.

Dipl.-Ing. Ulrich Haas erklärte zudem Verfahrens- und Steuerbeschreibung an Regenbecken von der Theorie bis zu den praktischen Beispielen ausführlich und betonte, wie wichtig die Steuerbeschreibung für den Betrieb der Regenbecken ist.

Anschließend führte er die Teilnehmer in die integrale Abflusssteuerung zur Bewirtschaftung des Entwässerungssystems ein und stellte fest: Die integrale Abflusssteuerung senkt den Schmutzstoffaustrag in die Gewässer. Planung und Betrieb der Abflusssteuerung lassen sich in den gewohnten Arbeitsablauf eingliedern.

Der letzte Programmpunkt beinhaltete 3 Praxisbeispiele:

Dipl.-Ing. Georg Scholz (Entsorgungs-Betriebe der Stadt Ulm (EBU)) stellte die Einführung eines neuen Prozessleitsystems bei seinen Entsorgungsbetrieben aus eigener Erfahrung vor. Nach der ausführlichen Erklärung der einzelnen Schritte und der Perspektive fasste er zusammen, dass die Erneuerung des Prozessleitsystems eine Vielzahl detaillierter Informationen aus dem Abwassernetz und den Anlagen bringt.

Anschließend präsentierte Dipl.-Ing. Heike Weißer (Universitätsstadt Tübingen) die Messtechnik an Regenüberlaufbecken von der Veranlassung der Ausstattung der Messtechnik hinzu Betrieb und Wartung am Beispiel der Universitätsstadt Tübingen.

Als letzter Vortrag erklärte Dipl.-Ing. Nina Uibelhör von den Entsorgungsbetrieben der Stadt Heilbronn detailliert den Neubau eines Mess- und Drosselschachtes in Hinblick auf Planung und Bauausführung.

Aus aktuellem Anlass wurde der am 02. Juli 2018 veröffentlichte Erlass „Messen an RÜB“ an die Teilnehmer verteilt und diskutiert. Hier bestand besonderes Interesse daran, welche Messeinrichtungen bei der Nachrüstung der Becken der Gegenstand der Förderung sind und ob auch ein Erlass für Regenüberläufe irgendwann erscheinen wird.

Beim kommenden Vertiefungsseminar (Modul 3) werden speziell für Betreiber und Ingenieurbüros weitergehende Regen- und Mischwasserbehandlung behandelt. Die Schwerpunktthemen sind dabei Retentionsbodenfilter, Schrägklärer sowie alternative Maßnehmen.

Heute schon vormerken:

- 4. Expertenforum RÜB am Dienstag, 26. Februar 2019 in Stuttgart

- Betrieb von Regenüberlaufbecken (Modul 1) am Donnerstag, 11. April 2019 in Villingen-Schwenningen

- Seminar (Modul 2) "Mess- und Fernwirktechnik an Regenbecken" am Donnerstag, 18. Juli 2019 in Heilbronn


Modul 3 Seminar: Spezialseminar Regen- und Mischwasserbehandlung für Betreiber und Ingenieurbüros

Dienstag, 23. Oktober 2018 in Pforzheim

2018 hat die DWA BW für den Bereich RÜB gleich 2 neue Seminare ins Leben gerufen: Modul 2 „Mess- und Fernwirktechnik an Regenbecken“ und Modul 3 „Regen- und Mischwasserbehandlung“. Dieses Seminar richtet sich speziell an Betreiber und Ingenieurbüros. Unter der Leitung von Dr.-Ing. Stephan Fuchs wurden ausschließlich die Themen Regen- und Mischwasserbehandlung behandelt.

Als Eröffnung wurden die Einführung in die Regenwasserbehandlung im Mischsystem sowie die gewässerseitigen Anforderungen vorgestellt.

Dipl.-Ing. Bernd Haller, RP Karlsruhe führte in die Regenwasserbehandlung im Mischsystem ein. Er erklärte den Wandel vom Emissionsansatz zum Immissionsansatz, Betreiberverantwortung nach dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und der Eigenkontrollverordnung (EKVO), die Wichtigkeit der Messung des Entlastungsverhaltens und die hohen Einträge der Spurenstoffe aus der Mischwasserbehandlung. Sein Fazit: Die Regenwasserbehandlung im Mischsystem bleibt auch zukünftig ein aktuelles und zentrales Thema für Betreiber und Fachwelt.

Anschließend sprach Dr. rer. nat. Dipl.-Ing. Ekkehard Christoffels (IBC Ingenieure, Vettweiß) über Ableitung gewässerseitiger Anforderungen. Dabei erklärte er den Stoffeintrag, Eutrophierung und Keimbelastung bei der Mischwasserentlastung sowie rechtliche Rahmenbedingungen. Nach der Vorstellung des Niederschlagswasser-Behandlungskonzepts sowie der Maßnahmen beim Erftverband stellte er zum Schluss weitergehende Anforderungen für Lokal-und Wasserkörper vor.

Dipl.-Ing. Benedikt Lambert (BIOPLAN-Landeskulturgesellschaft, Sinsheim) berichtete über die Langzeiterfahrungen mit Retentionsbodenfiltern. Er erklärte detailliert die Verfahrensziele, Sedimentbildung/-verteilung, Ursachen für hohen Verbrauch an festem Carbonat usw. Als Schlussfolgerung betonte er, dass Eigen- und Fremdüberwachung von RBF zukünftig obligat vorgenommen werden sollten, um RBF effizient und kostengünstig für die Mischwasserbehandlung einsetzen zu können.

Im Anschluss ging es um das kommende Regelwerk DWA-A 178. Hier erklärte Dr.-Ing. Stephan Fuchs von den Definitionen und der Besonderheit des RBF hin zu Prüfung der Umsetzbarkeit, Ziele der Bemessung, Neuigkeiten des neuen Regelwerks sowie Kriterien für Nachweis. Zusammenfassend betonte er: die Prüfung der Umsetzbarkeit ist Bestandteil der Neufassung, der RBF wird rechnerisch zukünftig höher belastet, und die Betriebsuntersuchungen haben höhere Verbindlichkeit. Das DWA-A 178 ist voraussichtlich ab Anfang 2019 verfügbar.

Zum Schluss berichtete Heiko Kiebler (Abwasserverband Unteres Schussental, Kläranlage Eriskirch) über seine praktischen Erfahrungen mit dem Mischwasserfilter Tobel. Nach der Erklärung der Erneuerung des Durchlasses Tobelbach und den Maßnahmen bei den RÜBs Tobelbach erklärte er detailliert den Aufbau des RBF, die Inbetriebnahme, die spätere Probenahme sowie die Betriebs- und Wartungsarbeiten. Schlussfolgerung: Der RBF Tettnang funktioniert gut, die betrieblichen Untersuchungen sollten weiterhin vorgenommen werden, um eine hohe Filterleistung und einen geringen Betriebsaufwand zu ermöglichen.

Dr.-Ing. Neithard Müller (Weber-Ingenieure GmbH, Pforzheim) stellte konkrete Möglichkeiten für die Verbesserung der Klärbedingungen am Beckenzulauf, am Beckenüberlauf, am Klärüberlauf und Ertüchtigung bestehender Regenklärbecken im Trennsystem und Regenüberlaufbecken im Mischsystem detailliert vor. Am Ende fasste er zusammen, dass es grundsätzlich sehr viele klärtechnische Möglichkeiten zur Ertüchtigung von Regenbecken gibt, aber jedes Projekt unterschiedlich und jeweils ein sehr individueller Einzelfall ist. Die Auswahl muss immer projektspezifisch unter Berücksichtigung aller technischen und wirtschaftlichen Randbedingungen erfolgen. Bautechnische, maschinentechnische und elektrotechnische Kompetenzen sowie breite Marktkenntnis sind erforderlich.

Anschließend präsentierte Dr.-Ing. Dipl.-Geoökol. Mike Kemper (KIT, Karlsruhe) die Grundlagen der hydraulischen Optimierung mittels Schrägklärer. Er erklärte detailliert die Bemessung von Schrägklärern, Einlauf- und Verteilungsbauwerk bis hin zu Klarwasserabzüge. Er fasste zusammen, dass das Potential zur hydraulischen Optimierung im Bestand hoch ist, und die Schrägklärer eingesetzt werden können, um fehlendes Volumen zu kompensieren und um die Klärtechnische Leistung der Anlage zu erhöhen.

Zum Schluss berichtete Dr. Wolfgang Kühn (LINEG, Kamp-Lintfort) über Betriebserfahrung mit Schrägklärer. Nach der Einführung in die Besonderheit im Gebiet der linksniederrheinischen Entwässerungsgenossenschaft (LINEG-Gebiet) mit dem Steinsalz- und Steinkohleabbau stellte er die Vorzugsplanung mit dem Schrägklärer in allen Details vor. Als Zusammenfassung zeigte er die Konzentrations- sowie die Frachtminderung vom Zulauf gegenüber Ablauf, wie gut der Schrägklärer funktioniert. Am Ende präsentierte er auch kurz die Geruchsproblematik mit Betriebserfahrung.

Dr.-Ing. Lothar Fuchs (itwh GmbH, Hannover) referierte über Abflusssteuerung. Zuerst erklärte er die Komponenten von Abflusssteuerungssystem (Hardware, Software und Management) und die Steuerungsstrategien von statischem System, lokaler Steuerung, Verbundsteuerung hin zu Vorhersage und integrierter Steuerung. Anschließend präsentierte er mit zahlreichen praktischen Beispielen die automatisierte, numerische Online-Datenprüfung, Fernwirksystem, Schmutzfrachtberechnung sowie die PASST Datenbank.

Als letzter Vortrag präsentierte Prof. Dr.-Ing. Peter Baumann (Hochschule für Technik, Stuttgart) die Mitbehandlung von Mischwasser auf Kläranlagen. Unter dem Ziel „Reduzierung der Gesamtemissionen ins Gewässer“ stellte er folgende vier technischen Maßnahmen vor: konstruktive Verbesserung der Nachklärung, Bypasslösung, Speicherung von Mischwasser und dynamische Zuflussbewirtschaftung. Er fasste zusammen, dass möglichst viel Abwasser / Mischwasser über die Kläranlage zu führen ist, dass das Neubauvolumen von Regenbecken zu minimieren ist, und dass niedrige Konzentrationswerte bezüglich NH4-N und ggf. PO4-P und/oder Pges in der qualifizierten Stichprobe einzuhalten ist. Am Ende betonte er, dass die oft strikte Trennung zwischen Kanalnetzplanung und Kläranlagenplanung als auch dem jeweiligen Betrieb auszugeben ist, und eine ausführliche Kommunikation und Abstimmung mindestens zu ermöglichen ist.

Die sowohl aktuellsten als auch zukünftigen Themen sind bei den Teilnehmern sehr gut angekommen. Über die Planung und den Betrieb von RBF sowie Schrägklärer fanden lebhafte Diskussionen statt. Die Abweichungen zwischen Theorie und Praxis wurden auch als Diskussionsthema behandelt. Die zukünftigen Aufgaben spiegeln den Bedarf der Fortsetzung des Seminars für nächstes Jahr wider.

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